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	<title>Obdachlosigkeit Archives - MobileInclusion</title>
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	<description>Forschung zu Mobilität und Sozialer Ausgrenzung</description>
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		<title>Wenn der Kofferraum zum Kleiderschrank wird</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Daubitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Apr 2018 13:38:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Teilhabe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn der Kofferraum zum Kleiderschrank wird  Buchempfehlung zum Thema Mobilität und soziale Exklusion: „Tagebuch eines Obdachlosen“ von Marc Augé Der Ethnologe und Schriftsteller Marc Augé erzählt in dem Band „Tagebuch eines Obdachlosen“ die Geschichte eines Mannes, der seine Wohnung verloren hat und nunmehr obdachlos mit einem Auto im Paris der 2010er-Jahre lebt. In</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 hundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="background-color: rgba(255,255,255,0);background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:0px;padding-right:40px;padding-bottom:0px;padding-left:40px;margin-bottom: 0px;margin-top: 0px;border-width: 0px 0px 0px 0px;border-color:#eae9e9;border-style:solid;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last fusion-column-no-min-height" style="margin-top:0px;margin-bottom:0px;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy" style="background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;padding: 0px 0px 0px 0px;"><style type="text/css"></style><div class="fusion-title title fusion-title-1 sep-underline sep-solid fusion-title-text fusion-title-size-one" style="border-bottom-color:#e0dede;margin-top:40px;margin-right:0px;margin-bottom:15px;margin-left:0px;"><h1 class="title-heading-left fusion-responsive-typography-calculated" style="margin:0;--fontSize:34;line-height:1.4;"><h1>Wenn der Kofferraum<br />
zum Kleiderschrank wird</h1></h1></div><div class="fusion-text fusion-text-1"><h2>Buchempfehlung zum Thema Mobilität und soziale Exklusion:<br />
„Tagebuch eines Obdachlosen“ von Marc Augé</h2>
<p>Der Ethnologe und Schriftsteller Marc Augé erzählt in dem Band „Tagebuch eines Obdachlosen“ die Geschichte eines Mannes, der seine Wohnung verloren hat und nunmehr obdachlos mit einem Auto im Paris der 2010er-Jahre lebt. In Form von Tagebuchaufzeichnungen können wir den Alltag und die Bewältigungsstrategien des ehemaligen Steuerbeamten nachvollziehen.</p>
<p>Augé nennt die Form der Darstellung „Ethnofiktion“. Sie ist für ihn weder Literatur noch eine qualitative empirische Studie. Marc Augé bezeichnet „Ethnofiktion“ als „eine Erzählung, die eine soziale Tatsache aus der Perspektive einer einzelnen Person darstellt“.  Diese Erzählung hat nicht die Identifikation mit einem Helden oder Antihelden zum Ziel. Die präsentierte Person ist ein Symbol für den „Wahnsinn der Welt“, der sich in der Selbstbeobachtung offenbart. War es im philosophischen Roman „Candide“ von Voltaire die Beobachtung der Welt von außen, die einen Verwundern ließ, ist es bei Augé die Introspektion, die einen erstaunen bzw. erschaudern lässt.</p>
<h2>Das Leben im Auto ist Realität – sogar im Silicon Valley</h2>
<p>Dass die Lebensform der Obdachlosigkeit mit einem Auto im Sinne Augés eine soziale Tatsache ist, machen immer wieder Presseberichte bzw. Reportagen deutlich. <a href="http://www.spiegel.de/fotostrecke/silicon-valley-immer-mehr-arbeitende-schlafen-im-auto-fotostrecke-154842.html">Im November letzten Jahres berichtete z.B. SPIEGEL Online</a> von der Wohnungsnot im Silicon Valley, die zur einer Schicht von arbeitenden Obdachlosen geführt hat, die in der Nacht gezwungen sind, in einem Auto zu schlafen. Für die Körperhygiene muss man/frau dann schon ins Fitnessstudio. Inzwischen gibt es auch für den deutschsprachigen Raum <a href="https://de.wikihow.com/Im-Auto-wohnen">eine Gebrauchsanweisung für das Leben im Auto</a>.</p>
<p>Die ethnofiktiven Tagebuchaufzeichnungen von Augés Protagonisten geben einen Einblick in die Strategien, in einem Auto zu leben. Der Kofferraum des alten Mercedes wird zu Kommode, in denen die Koffer verstaut werden, der Fond des Wagens wird zum Kleiderschrank. Eine Herausforderung ist es, in Paris Strafzettel zu vermeiden. Aber Augés Figur hat „einige Trümpfe im Ärmel“ und erkundet das Umfeld und „das Verhalten des Feindes“. So weiß er genau, wann und wo die Polizisten unterwegs sind, um ihre Strafzettel zu verteilen. Paris erkundet er zu Fuß. Er benutzt den Bus und die Metro als „Trägerraketen“, um von einem neuen Ort aus seine Erkundungen zu starten. Zentral ist der Verlust des Ortes, der mit einer Erosion von Identität einhergeht. Er begreift, „dass es keinen Ort mehr gab, an dem er sich festhalten“ kann.</p>
<h2>Augé betreibt im Tagebuch eines Obdachlosen keine Sozialwissenschaft – und beforscht trotzdem Mobilität und soziale Exklusion</h2>
<p>Das Buch Augés ist keine Gesellschaftsdiagnose oder sozialwissenschaftliche Analyse. Der Autor begründet in seiner Erklärung zu seiner Methode der Ethnofiktion, dass die sozialwissenschaftliche Analyse durch ihre fokussierten Erhebungen und Auswertungen Erzählungen „verdecken“. Die fiktiven Aufzeichnungen bieten in ihren Schilderungen aber jene metaphorische Dichte, die wir möglichst auch in qualitativen Interviews anstreben. Somit ist der Band ein empfehlenswerter literarischer Einstieg in die Thematik Mobilität und die Bedeutung des Ortes während des Prozesses zunehmender Exklusion. Die Tagebuchaufzeichnungen vermitteln einen wahren Kern sozialer Realität. Im Rahmen unseres <a href="https://mobileinclusion.projects.tu-berlin.de/mi/forschungsplan/">Forschungsplans für MobileInclusion</a> wollen wir mit unseren Erhebungen möglichst nicht Erzählungen verdecken, sondern gerade diese generieren. Und wir wollen dabei nicht stehen bleiben, sondern aus unserer Forschung begründete Strategien und Maßnahmen gegen den „Wahnsinn der Welt“ entgegensetzen.</p>
</div><div class="fusion-clearfix"></div></div></div></div></div><div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-2 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="background-color: rgba(23,128,114,0)3;background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:20px;padding-right:30px;padding-bottom:20px;padding-left:20px;margin-bottom: 0px;margin-top: 0px;border-width: 0px 0px 0px 0px;border-color:#eae9e9;border-style:solid;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_1_3 1_3 fusion-one-third fusion-column-first" style="width:33.333333333333%;width:calc(33.333333333333% - ( ( 4% ) * 0.33333333333333 ) );margin-right: 4%;margin-top:0px;margin-bottom:20px;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy" style="background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;padding: 0px 0px 0px 0px;"><span class=" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none"><a href="https://mobileinclusion.projects.tu-berlin.de/mi/wp-content/uploads/2018/04/Augé-189x300.jpg" class="fusion-lightbox" data-rel="iLightbox[24e399b4aea648ac5e6]" data-title="Augé" title="Augé"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="189" height="300" src="https://mobileinclusion.projects.tu-berlin.de/mi/wp-content/uploads/2018/04/Augé-189x300.jpg" alt class="img-responsive wp-image-473" srcset="https://mobileinclusion.projects.tu-berlin.de/mi/wp-content/uploads/2018/04/Augé-200x317.jpg 200w, https://mobileinclusion.projects.tu-berlin.de/mi/wp-content/uploads/2018/04/Augé.jpg 315w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 189px" /></a></span><div class="fusion-clearfix"></div></div></div><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-2 fusion_builder_column_2_3 2_3 fusion-two-third fusion-column-last" style="width:66.666666666667%;width:calc(66.666666666667% - ( ( 4% ) * 0.66666666666667 ) );margin-top:0px;margin-bottom:20px;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy" style="background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;padding: 0px 0px 0px 0px;"><div class="fusion-text fusion-text-2"><h2><strong>Marc Augé: Tagebuch eines Obdachlosen</strong></h2>
<p>C.H. Beck Verlag, München 2012<br />
ISBN 9783406630804<br />
Kartoniert, 106 Seiten<br />
10,95 Euro</p>
</div><div class="fusion-clearfix"></div></div></div></div></div><div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-3 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="background-color: rgba(255,255,255,0);background-position: center center;background-repeat: no-repeat;padding-top:0px;padding-right:0px;padding-bottom:0px;padding-left:0px;margin-bottom: 0px;margin-top: 0px;border-width: 0px 0px 0px 0px;border-color:#eae9e9;border-style:solid;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-3 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last" style="margin-top:0px;margin-bottom:20px;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy" style="background-position:left top;background-repeat:no-repeat;-webkit-background-size:cover;-moz-background-size:cover;-o-background-size:cover;background-size:cover;padding: 0px 0px 0px 0px;"><div class="fusion-text fusion-text-3"><div class="saboxplugin-wrap" itemtype="http://schema.org/Person" itemscope itemprop="author"><div class="saboxplugin-tab"><div class="saboxplugin-gravatar"><img decoding="async" src="https://mobileinclusion.projects.tu-berlin.de/mi/wp-content/uploads/2018/02/Daubitz-square-1.jpg" width="100"  height="100" alt="" itemprop="image"></div><div class="saboxplugin-authorname"><a href="https://mobileinclusion.projects.tu-berlin.de/mi/author/stephan/" class="vcard author" rel="author"><span class="fn">Stephan Daubitz</span></a></div><div class="saboxplugin-desc"><div itemprop="description"><p>Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet für integrierte Verkehrsplanung an der TU Berlin. Bearbeiter des Projekts MobileInclusion. Leidenschaftlicher Wanderer.<br />
Arbeitsschwerpunkte: Qualitative Analysen sozialer Ausgrenzung. Entwicklung von Strategien und Maßnahmen.</p>
<p><a href="http://www.ivp.tu-berlin.de/menue/ueber_uns/team/wissenschaftliche_mitarbeiter_innen/stephan_daubitz/" rel="noopener">Forschungsprofil bei der TU Berlin</a></p>
</div></div><div class="clearfix"></div></div></div>
</div><div class="fusion-clearfix"></div></div></div></div></div></p>
<div class="credits-overlay" style="background-color:#ffffff" data-target=".wp-image-482">Photo: <a href="https://www.flickr.com/photos/29233640@N07/6909340326/" target="_blank">Robert Couse-Baker: &quot;man on a bench&quot;</a> | <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-Lizenz BY_SA</a></div>
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